schattenwölfin

Ich gehe vorbei
an Bilderworten der dunkelblauen Macht.

Geboren von der Schattenwölfin

die mitternachtschwarzen Rosen
bekleiden
ihr Fell wie Haute Couture.

Ich missachte
die Dornen unter
den Schwarzrosenblütenblättern

Blutende Reißstreifen in der aalglatten
Fischhaut
eines Himmelsstürmers.

Doch der größte Schmerz
ist nicht
mein

sondern der Duft Ihrer Blüten
spiegelt sich
in dornverletzten Augen

einer einst gewandten Seelenträgerin.

5 Responses to “schattenwölfin”

  1. brynhild sagt:

    Mit halbgeöffnetem
    vom Herbst schon eingeholtem
    Blütenkelch
    in sterbenden Farben
    nahm sie dennoch wahr
    des leisen Wanderers Schritt
    der ungeachtet all der Dornen
    die mehr denn Blütenblättern
    wuchsen –
    ihren Standort streifte

    und ein stilles Erwachen
    blitzt aus den welkenden
    Wortblüten
    hauchen zartes Rosa
    über Nebelschwaden
    und hüllen sich dankbar
    über das Schweigen

    Mit liebem Gruß
    Brynhild
    (Schattenwoelfin – auch eine, wenn vielleicht auch nicht jene – wer weiß das schon……

  2. Gedanquill sagt:

    Die Schönheit der Dornen
    liegt
    in ihren Spitzen
    ihre Kraft verdichtet sich im Nichts
    trifft genau einen Punkt

    erinnert
    immer wieder der gleichen Wunde
    ein Stich
    ein Morsezeichen
    Sprache des Schmerzes

    weltumspannender Fluss
    der Worte, Gedanken & Bilder

    der Wanderer taucht darin ein
    die Wunden
    zu kühlen
    sein Spiegelbild
    von hinten
    zu betrachten.

    Ein paar leuchtende Jahre gewonnen,
    ein lyrisches Stenogramm gefunden.

    Neue Horizonte
    Zeit
    wieder
    den Himmel zu stürmen.

  3. brynhild sagt:

    Nächtens
    so wie heute
    wiegt der Tango
    wieder mit den Schatten
    im ewigen Liebesspiel
    und eine welke Rose
    schwingt sich unbeachtet
    über das
    alternde Gedankenparkett.

    Der knöcherne Regen
    aus Novemberland
    reicht jedoch beruhigend
    die Hand
    und junger Sturm boxt an
    die Wand.

    Und die Rose schwebt
    noch einmal über das Parkett.

  4. Gedanquill sagt:

    Dass jede Rose Dornen hat,
    Scheint mir kein Grund zu klagen,
    Solange uns die Dornen nur
    Auch weiter Rosen tragen.

    Mascha Kaléko

  5. Gedanquill sagt:

    Die Nacht ist dunkel, Nacht ist dumpf
    Der Geist wird schwerer, Geist wird stumpf.

    Du kleidest Dich in Nachtgedanken,
    gibst suchend Halt in Dämmerwanken.
    Eröffnest düster trüben Ort,
    den Wanderer treibt’s leise fort.

    Der Tag scheint nur noch Unterbrechung
    für gern gewollte Seelenschwächung.

    Von Rosen, die sich selbst umfangen
    kann Samen nicht ans Licht gelangen.

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