Archive für 8.11.2006

Zeitenwende

Oh, welche große,
tiefe
Wut!
regt sich unter feinem Zwirn
Lavaglut
kocht mir das Blut

giftet auf
mein Herz und Hirn.

Ist schon wieder Zeitenwende?

Schicksal, legst Lektionen auf
Lebensabschnitt
schon zu Ende?

Wohin führt der Dinge Lauf

Sei es Prüfung oder Zeichen
mag schon folgen, muss ich bleiben?

Wohin weichen,
was erreichen

Zufall oder Wegbereiter?

Ja, in mir ist Zeitenwende.
Wohin auch immer
muss ich
weiter.

Fremdes Auge

Du fremdes Auge in meinem Gesicht
warum kennst Du mich,
ich kenn Dich nicht.

Ja, Dein Blick hat Macht gesehen.
Seelenschwärze?
Ich schaue weg, kann’s nicht verstehen.
Ein Glitzern, friert’s mich, fast schon kalt
bist Du nicht Vater?
Wo denn? Halt!
Ein Zug der Güte bricht den Blick
Augenlächeln,
bin zurück.

Gott sei Dank.

Himmelsstürmer

Spannt er sich wie Holz der Eibe
bogen gleich
biegt sich der Leibe
Sprung hinauf

Himmelreich

Wolken nun wie Stuck und Stein
tief und ferne
Fallenbremse fürs Gebein
Wattetod - ausgelacht

Griff der Sterne.

Kein Gedanke an zurück
viel zu weit
streben für den Augenblick
den Sinn gesucht

im Weltenkleid

Sanft gewinnt die Kraft an Schwere
wie ein Loch
der Seele droht die Bodenleere
keine Chance - genutzt

lebe noch.

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