Seelenverkäufer

Da waren zwei Mehr-Schein-als-Sein
und wollten mich ‚bei Hof‘ verkaufen.

Einer war ‚Schlecht‘,
und einer ‚Gemein‘.

Sie fingen an zu raufen.

‚Gemein‘ geschlagen,
‚Schlecht‘ vertragen.
‚Schlecht‘ gesprochen,
‚bei Hof‘ benutzt.
‚Gemein‘ gerochen,
‚Ich‘ gestutzt.

‚Gemein‘ getreten,
‚Schlecht‘ gedroht:
‚Ich‘ in Not.

‚Ich‘ gefleht,
‚bei Hof‘ gelacht,
‚Gemein‘ verdreht,
‚Schlecht‘ gemacht.

‚Schlecht‘ gelogen,
‚Ich‘ geahnt,
‚bei Hof‘ betrogen,
‚Ich‘ gemahnt.

‚Gemein‘ gemauert,
‚Schlecht‘ berichtet,
‚bei Hof‘ bedauert.

‚Gemein‘ gestochen,
‚Ich vernichtet,
‚bei Hof‘ gerichtet.
‚Ich‘ gebrochen.

Fortgekrochen.

2 Responses to “Seelenverkäufer”

  1. blogpoesie sagt:

    . . . mit Interpretationen ist das ja immer so eine Sache. Was mir spontan zum Text einfiel war „Mobbing“.

  2. Gedanquill sagt:

    Danke für Deinen Kommentar, interessanter Gedanke.
    Auf Mobbing wäre ich gar nicht gekommen. Aber vielleicht gibt es mittlerweile Parallelen zwischen den Problemen eines Mitarbeiters in einem Unternehmen und den Leuten, die über Vermittler, Zwischenhändler in irgendeiner Form Geschäfte machen müssen.

    Insgesamt gefällt mir mein (zu langer) Text noch nicht richtig. Stellenweise gefällt mir zwar der Rhythmus, aber Spannungsbogen und Symmetrien stimmen noch nicht.

    Herzliche Grüße,
    Gedanquill

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