Archive for November, 2006

Der Stärke Liebe

Montag, November 13th, 2006

Andernort

Ein Menschlein droht
der Schicksalsmacht
Kampfgesicht
Herzensnot

Rest Seelenband
in der Hand
Glimmt so fern
der Liebe Stern
der Hoffnung Licht

ausgelacht
von Schicksals Wort.

Seelenverkäufer

Freitag, November 10th, 2006

Da waren zwei Mehr-Schein-als-Sein
und wollten mich ‚bei Hof‘ verkaufen.

Einer war ‚Schlecht‘,
und einer ‚Gemein‘.

Sie fingen an zu raufen.

‚Gemein‘ geschlagen,
‚Schlecht‘ vertragen.
‚Schlecht‘ gesprochen,
‚bei Hof‘ benutzt.
‚Gemein‘ gerochen,
‚Ich‘ gestutzt.

‚Gemein‘ getreten,
‚Schlecht‘ gedroht:
‚Ich‘ in Not.

‚Ich‘ gefleht,
‚bei Hof‘ gelacht,
‚Gemein‘ verdreht,
‚Schlecht‘ gemacht.

‚Schlecht‘ gelogen,
‚Ich‘ geahnt,
‚bei Hof‘ betrogen,
‚Ich‘ gemahnt.

‚Gemein‘ gemauert,
‚Schlecht‘ berichtet,
‚bei Hof‘ bedauert.

‚Gemein‘ gestochen,
‚Ich vernichtet,
‚bei Hof‘ gerichtet.
‚Ich‘ gebrochen.

Fortgekrochen.

Zeitenwende

Mittwoch, November 8th, 2006

Oh, welche große,
tiefe
Wut!
regt sich unter feinem Zwirn
Lavaglut
kocht mir das Blut

giftet auf
mein Herz und Hirn.

Ist schon wieder Zeitenwende?

Schicksal, legst Lektionen auf
Lebensabschnitt
schon zu Ende?

Wohin führt der Dinge Lauf

Sei es Prüfung oder Zeichen
mag schon folgen, muss ich bleiben?

Wohin weichen,
was erreichen

Zufall oder Wegbereiter?

Ja, in mir ist Zeitenwende.
Wohin auch immer
muss ich
weiter.

Fremdes Auge

Mittwoch, November 8th, 2006

Du fremdes Auge in meinem Gesicht
warum kennst Du mich,
ich kenn Dich nicht.

Ja, Dein Blick hat Macht gesehen.
Seelenschwärze?
Ich schaue weg, kann’s nicht verstehen.
Ein Glitzern, friert’s mich, fast schon kalt
bist Du nicht Vater?
Wo denn? Halt!
Ein Zug der Güte bricht den Blick
Augenlächeln,
bin zurück.

Gott sei Dank.

Himmelsstürmer

Mittwoch, November 8th, 2006

Spannt er sich wie Holz der Eibe
bogen gleich
biegt sich der Leibe
Sprung hinauf

Himmelreich

Wolken nun wie Stuck und Stein
tief und ferne
Fallenbremse fürs Gebein
Wattetod – ausgelacht

Griff der Sterne.

Kein Gedanke an zurück
viel zu weit
streben für den Augenblick
den Sinn gesucht

im Weltenkleid

Sanft gewinnt die Kraft an Schwere
wie ein Loch
der Seele droht die Bodenleere
keine Chance – genutzt

lebe noch.

vergehen

Sonntag, November 5th, 2006

Aufwärts steigt des Blutes Frieren
in Arme, Rücken, Hinterkopf.

Die Nackentüre öffnet sich
Zitterkälte

ein Würgehauch
es kräuselt eisig
unter Deine Schulterblätter
Espenlaub
wird Herzgeflatter

Angsterwachen in den Gliedern
Schimmerschauer, Ahnungsfühle
Schrankenfall und Dunkeltore
hinter Dir
gähnen schwarz
in Lähmungskühle
ein Lebenszittern
schüttelt Dich.

Abwärts zieht der Lebenssaft
ertränkt den Mut
nur Glühwurmlicht
und nassgerupfte Federklumpen
keine Kraft.

Der Gaumen drängt zum Hirngestirn
Zunge stirbt im Zähneklappern
Von oben hüllt der dunkle Mantel
Hoffnungstod.
Seelenhals am Galgen hängt
Angstschreistille mich umfängt
Seelengrausen
Lieblosschmerz
nur Knochenklappern
bleibt im Herz.

Kriechend schwarzes Wolkendunkel
schleicht sich vor
nimmt Gestalt
ist so kalt

dringt
fühletzend Greifekrallen
in mich ein

letztes Schrei!n

ein Leid getan.

sprung durch den trübschleier

Samstag, November 4th, 2006

Plötzlich
Erwachen.

Farbenschmeckendes Hier gespürt
fort die Watte gedämpfte Grauschleiertrübe

zu Hause
in sich.

Blutpulsierend gefühlte Eigengezeiten
einer einzig wahren
Federseele
verschmolzen die Nabel
zum hellstrahlenden
Ring
einer Hüpfballherzkrone

Wissen und Fühlen
liebkosen sich

Augenlächeln
leicht tränengespült
empfindungsgeflutetes
in sich ruhen

kein Schleier zwischen mir und Leben

Welt erfühlende Sonnenstrahlen
strömen
aus

meinem neu
verschmolzenen
kern
Bewußtseinsdichte
von sehnlichst gewünschter
Empfindlichkeit.

schattenwölfin

Freitag, November 3rd, 2006

Ich gehe vorbei
an Bilderworten der dunkelblauen Macht.

Geboren von der Schattenwölfin

die mitternachtschwarzen Rosen
bekleiden
ihr Fell wie Haute Couture.

Ich missachte
die Dornen unter
den Schwarzrosenblütenblättern

Blutende Reißstreifen in der aalglatten
Fischhaut
eines Himmelsstürmers.

Doch der größte Schmerz
ist nicht
mein

sondern der Duft Ihrer Blüten
spiegelt sich
in dornverletzten Augen

einer einst gewandten Seelenträgerin.

schmerzende Leere

Donnerstag, November 2nd, 2006

Gedanken humpeln
an Federschaftkrücken

über die innere Bretterbühne.

Kaum gibt der Vorhang
die Sicht noch frei
eine Alles beschwerende, drückende Decke.
Zwei Hände stützen das Kinn
der Aufmerksamkeit
aufzuwölben das schmerzende Samt.

Ein stark vereinzelter
Trauerzug eines angestrengten
Willen

erweckt Mitleid
für das Zuschauen müssen
eines Mißklang gestolperten Irgendwie.

Regenklumpen von Wattebauchschwere bewölken
den Raum
füllen ihn

aus.

Überleben und warten.
Anstrengendes Aufrecht abzulassen
der Vorhang kann fallen
zur schweigenden
Hülle
wird Boden
für neuen Raum.