Lesen verboten!

Welche Neugier treibt Dich her,
kannst zwei Wörtchen nicht gut sehen?
Regeln folgen fällt Dir schwer,
wolltest nicht zur Schule gehen?

Vielleicht bist Du nur dreist getrieben,
gern zarte Grenzen niedertrampelst.
Wärst besser gleich zu Haus geblieben,
nun in der Sätze Netze strampelst.

Erkenntnis wird Dir nie gegeben!
Haah, schau verblüfft, bestürzt, empört!
Saugst meine Bilder Dir zum Leben,
Schenkst Dir den Sinn, der mir gehört!

Die Regeln brichst Du unverfroren,
und mir gleich auch aus meinem Munde,
was hast Du, Armer, hier verloren,
mit Hirnleid zahlst Du diese Stunde!

Beleidigt sehen meine Worte
gefesselt sich in Deinem Blick!
Verzieh Dich doch an andre Orte,
Wie drängt man Dich ins Loch zurück?

Du Beispiel roter Schwellgesichter,
verhöhnt Dich leicht ein Dieb der Zeit.
Bin Wortgelichter, bin kein Dichter!
So lies dies und es tut Dir leid.

5 Responses to “Lesen verboten!”

  1. blogpoesie sagt:

    Am liebsten tue ich verbotenes. Habe es aber mit abgewendeten Blick getan.

    Schön-böser Rhythmus.

    LG
    Petros

  2. Gedanquill sagt:

    Hallo Petros,

    dann ist ja gut. Möchte nicht, dass Du beleidigt bist 😉

    Habe nachfolgende Ursprungsversion noch einmal überarbeitet, um die vielen Ellisionen herauszubekommen und die Fremdwörter.
    Auch die Satzstellung habe ich etwas flüssiger gestaltet.
    Das ganze wirkt nun allerdings möglicherweise doch schon deutlich beleidigender 🙁

    (Ursprungsversion)
    Ach, welch‘ Neugier treibt Euch her,
    könnt zwei Wörtchen nicht gut lesen?
    Regeln folgen fällt Euch schwer?
    Seid nicht in der Schul‘ gewesen?

    Vielleicht, Ihr seid nur dreist getrieben,
    gern zarte Grenzen niedertrampelt.
    Wärt besser gleich zu Haus geblieben,
    bevor nach Lehren Ihr hier strampelt.

    Erkenntnis nie ist Euch gegeben!
    Hahh, schaut verblüfft, bestürzt, empört!
    Aus Gier greift Wissen, Euer Streben,
    saugt gaffend Sinn Euch nicht gehört!

    Die Regeln brecht Ihr unverfroren,
    mir bricht es auch aus meinem Mund,
    was habt Ihr Tropfe hier verloren,
    begriffslos lest bald eine Stund!

    Beleidigt seh’n sich meine Worte
    durch Euren penentranten Blick!
    Verzieht Euch doch an andre Orte,
    Wie drängt man Euch ins Loch zurück?

    Wisset, rote Schwellgesichter,
    verhöhn‘ Euch, bin ein Dieb der Zeit.
    Bin Wortgelichter, doch kein Dichter!
    Lest dies und es tut Euch leid.

  3. blogpoesie sagt:

    War gar nicht so einfach herauszufinden, was Ellisionen sind. Ich geh da manchmal, glaub‘ ich, verschwend’risch mit um. 😉

    Was das Beleidigende angeht, so denke ich mir, dass es nicht nur ein „lyrisches Ich“ gibt, sondern auch das „lyrische Du“.

    LG
    Petros

    PS: Wenn ich lese, wie verwurzelt deine Texte scheinbar mit Verslehre, Metrik usw. verknüpft sind, und dass das bei mir im Prinzip überhaupt nicht der Fall ist (schreiben, anschauen und „Peng“), dann werde ich ganz unsicher. Habe mich schon dabei ertappt,
    wie ich in deinen Gedichten den „Organisationsplan“ suche und weniger auf den Inhalt fokusiert bin.

  4. Gedanquill sagt:

    Hallo Petros!

    Ja, habe es auch erst vor zwei Tagen gelernt. 🙂
    Das mit dem lyrischen „Du“ ist eine gute Idee. Wenn’s das noch nicht gibt, führe ich es jetzt hiermit ein.

    Sind meine Texte nun verwurzelt, oder sind sie scheinbar verwurzelt?
    Stolpern die Worte über diese Wurzeln oder finden Sie in Ihnen Halt?
    Du sprichst in Rätseln zu mir, Petros (Was ist Peng? Peng – Return, Peng – Versmaß? Oder Versmaß:Peng?)
    Was ist ein Organisationsplan in Gedichten? (Sollte ich das wissen?)

    Jedenfalls, wieder mal alles im Fluss, habe den ganzen Text wieder überarbeitet. Glaube aber, er ließt sich jetzt besser.

    Viele Grüße,
    Gedanquill

    P.S.: Die nachfolgende Version ist damit auch Historie

    (1. Zwischenversion)
    Welche Neugier treibt Dich her,
    kannst zwei Wörtchen nicht gut lesen?
    Regeln folgen fällt Dir schwer?
    Bist nicht in der Schul‘ gewesen?

    Vielleicht bist Du nur dreist getrieben,
    gern zarte Grenzen niedertrampelst.
    Wärst besser gleich zu Haus geblieben,
    bevor Du hier nach Lehren strampelst.

    Erkenntnis nie ist Dir gegeben!
    Haah, schau verblüfft, bestürzt, empört!
    Aus Gier greifst Wissen, ist Dein Streben,
    saugst gaffend Sinn Dir nicht gehört!

    Die Regeln brichst Du unverfroren,
    mir bricht es auch aus meinem Munde,
    was hast Du Tropf bloß hier verloren,
    begriffslos liest bald eine Stunde!

    Beleidigt sehen meine Worte
    gefesselt sich in Deinem Blick!
    Verzieh Dich doch an andre Orte,
    Wie drängt man Dich ins Loch zurück?

    Du Beispiel roter Schwellgesichter,
    verhöhnt Dich leicht ein Dieb der Zeit.
    Bin Wortgelichter, bin kein Dichter!
    Lies dies und es tut Dir leid.

  5. blogpoesie sagt:

    „. . . “ Ich habe meinen Kommentar auch überarbeitet. 😉

    Das Gedicht gefällt mir sehr gut, inhaltlich prägnant, Versmaß und Rhythmik stimmen und geben dem Text Halt. – Alles andere war nur der neidische Bauch.
    Das mein‘ ich, so wie ich es schreib‘ und nicht wie man’s sonst noch lesen könnt‘

    LG
    Petros

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