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Archive für 29.12.2006
Mazaru: Diogenes unter Gleichen
29.12.2006 von Gedanquill.
Drei Affen saßen nahe bei
einem Flusse auf der Ley.
Sinnierten, legten eifrig dar,
was wäre, ist und wirklich war.
Der Dritte sprach vom Lebenssinn,
von dem Woher und dem Wohin:
“Das Leben gleicht des Flusses Strömung.
Das Zeitentempo braucht Gewöhnung.
Die Richtung ist klar vorgegeben,
streng abwärts führt das ganze Leben.
Ich wünschte mir, ich wär ein Fisch,
kenn’ Strömung nicht, nur Wasser frisch!”
“Ich sehe nicht, wie soll das gehen?
Du kannst ja nicht mal darin stehen!
Und Dich im Fluss auch nur zu taufen,
ein guter Plan Dich zu ersaufen.”
So sprach der Zweite voller Drang
und folgte weiter diesem Zwang:
“Das Leben ist ein Licht der Kerzen.
Man brennt vor Liebe und vor Schmerzen.
Und stimmt des Dochtes Länge auch,
verlöscht das Licht im fremden Hauch,
im eigenen Wachs schon vor der Zeit.
Man selbst ist blind vor Helligkeit.”
Der Erste rümpfte seine Nase,
und lautlos lachend hüpft der Bauch.
die Knie verschränkten seine Blase,
die Hände seine Lippen auch.
Die Augen sprühten Götterfunken
es schien, er hatte was getrunken.
Die beiden sahen, hörten das
verstanden nicht des Ersten Spass.
den Zweiten bei der Hand genommen,
so ist der Dritte fort geklommen.
Der Erste aber voller Wonne
stumm räkelt sich auf warmem Stein.
Genießt das Licht der Abendsonne,
den Rausch des Wassers spürt am Bein.
Gleich hinter ihm döst seine Tonne,
in ihrem Schatten schläft der Wein.
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