Archive für Dezember 2006

Du stinkst!

Gesicht gelackt, starr wankt das Haar zum Tanz,
die Pferde scharren stumm in Stahl geschraubt
Er pfeift, die Flusen vom Jackett geklaubt.
Im Licht döst Chrom bewehrter Haubenglanz.

Zu spät! Geschwänzt der Nässe Rituale
stirbt Reiterstiefel’s  Duft in neuem Leder.
Sie tief sich taucht in Hauch von Moos und Zeder,
verreibt der Spritzer Lehm, die Blässe und die Male.

Dem Löwenbrüllen gleicht der Pferde Schrei.
Sie stolpert hin zur Straße, halb gekleidet.
Im Walzenkreischen schmiert ihr Prinz herbei.

Ins Plüsch Sie pflanzt sich, schwach ihn meidet.
Wehrt der Hände pulen, schält sie frei.
Sein Hals sie rettet, spitzer Satz: Er leidet.

Herzenshüter

Der Trüben Tränen tragen Trauer,
wie Stein die stille Zornesmauer.
Der Grube Grund zum Grab gehoben.
Der Liebe Leid läßt Leere loben.

Herr, heil’ger Hirte, Herzenshüter!
Im Geist gebroch’ne Gramgemüter
steh’n suchend starr im Seelensumpf.
Ihr Denken dunkelt dämmrig dumpf.

Ihr Wollen weicht in Wahn und Weinen,
zieht zehrend zu den Gruftgebeinen.
Hilf heilen hinterblieb’ne Herzen!
Sieh die schleifend scharfen Schmerzen!

Dein Himmel sei der Hoffnung Hort,
schützt schweigend vor den schwarzen Schatten.
Gestatte nicht ein Selbstbestatten,
der Müden eig’nen Meuchelmord.

Wir sind zuviel

Wir horchen in die Tage,
empfinden sie als Plage.
und spüren uns als Nacht
sind um den Schlaf gebracht.

Wir denken uns in Liebe
doch fürchten Ihre Diebe,
erschaffen uns als Leben,
bedürftig ohne Geben.

Wir malen uns den Herrn,
zu seh’n ihn endlos fern.
In Schmerzen fast zerschellt,
so schwemmen wir die Welt.

Sei Schluss mit diesem Weltenfühlen!
als Igel roll ich mich zusammen,
geh wie ein Phoenix auf in Flammen!
Zur Trübsalsasche will ich kühlen.

Soll warmer, weicher Wind mich wehn
bin winzig, wichtig, Weltenteil.
Nicht Hoffen, Leben labt mein Heil
Will Welt nur wie ein Kinde seh’n.