Tortenfraß

Tortenfraß, ein Phänomen,
nah verwand dem Sockenschwund.
Eben noch das Stück geseh’n,
stirbt es fort in fremdem Mund.

Welches Maul dies Stück verdrückte,
kann ich leider nicht berichten,
weil es mir noch niemals glückte,
den Verdacht auch zu verdichten.

Seifensichtung, Handtuchschnüffeln,
Klebespuren, Krümelreste,
konnt‘ am Ende keinen rüffeln,
jeder strahlt in weißer Weste.

Trösten kann der Spuk von Socken:
Stets von Zwei’n nur einer schwindet.
Türmt aus Trommeln nass und trocken,
niemals man ihn wiederfindet.

War’s am Ende doch der Strumpf,
der so dreist mir Torte raubt.
Stopft er Stücke in den Rumpf
und flieht?
Hab’s Dir, Tochter, fast geglaubt.

4 Responses to “Tortenfraß”

  1. blogpoesie sagt:

    Ein aufwühlendes Thema appetitlich aufbereitet.
    Sehr gelungen!

    LG
    Petros

    PS: Solltest du irgendwann einmal die Sache mit den Strümpfen in den Griff bekommen, wäre ich dir für einen Hinweis dankbar. 😉

  2. Gedanquill sagt:

    Aufwühlend?

    Lieber Petros,
    was dachtest Du, dass ich nicht denke?

    Gedanquill – neugierig geworden.

  3. blogpoesie sagt:

    Aufwühlend, weil es (für mich) Kindheitserinnerungen (keine guten) birgt.

    LG
    Petros

  4. Gedanquill sagt:

    Lieber Petros,

    bezüglich der Strümpfe hat mich der Tip erreicht, zukünftig alle Socken nur noch von einem Modell und einer Farbe (nicht weiss) zu kaufen.
    …und dann den Berg langsam abschmelzen lassen 🙂

    Viele Grüße,
    Gedanquill

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