Träne des Himmelsstürmers

Viele tausend Meter tief
fällt ein einzig Tränentropfen.
Stummer Schrei um Hilfe rief,
Lebensloch ist nicht zu stopfen.

Pfeile lechzen nach dem Herzen,
Sonne dörrt den Willensflug.
Anmut deckt die Weglustschmerzen,
Es ist zu sehr nicht genug.

Kräftig weiches Flügelschlagen,
Flucht nach vorne, hoch hinaus.
Wille kann die Seele tragen,
nur der Körper stirbt sich aus.

Sieh ersehnend diesen Berg,
Ziel im Zehren von der Zeit,
einzig lebend Landelicht.
Höchste Ruh vollbringt das Werk,
lindert Sturz und Immerleid.

3 Responses to “Träne des Himmelsstürmers”

  1. blogpoesie sagt:

    „Wille kann die Seele tragen“, dass ist mir, wenn der Tränentropfen stürzte, nie gelungen.

    Dem, der da gerade fliegt und fällt und stürzt und steigt, ist hoffentlich bald eine sanfte Rückkehr beshieden.

    LG
    Petros

  2. und mir gefällt „es ist zu sehr nicht genug“, wobei ich selber dazu tendieren „es ist zu sehr nie genug“.

    herzlichen gruss, maureen

  3. Gedanquill sagt:

    @Petros:

    Hallo Petros,
    wollte Dir vor zwei Tagen hier antworten, dass der Wille alles trägt, solange man mit sich ganz im Reinen ist. Heute muss ich einschränkend eingestehen, dass vergiftete Pfeile immer Seele und Wille gleichzeitig treffen. Hatte sie von unten erwartet, aber sie kommen von oben und vor allem von hinten…

    Liebe Grüße,
    Gedanquill

    @Maureen
    Ja, Dein Vorschlag klingt sehr gut. Aber der Unterschied zwischen „nicht“ und „nie“ ist eigentlich genau der zwischen Grenzgang und Grenzüberschreitung, zwischen kontrolliertem und unkontrolliertem Absturz.

    Vielen Dank für Eure Kommentare.
    Liebe Grüße,
    Gedanquill

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