Seelentroß

Gleich stirbt der Tag
mit Glockenschlag.
Ich bin noch wach
und denke nach.

Mein Herz ist Hand
nach vorn gewandt
und bremst die Zeit,
die mich befreit.

Allein mit mir
wach ich bei Dir
und denk an Licht.
Ich brauch Dich nicht.

Zu sehr verweist
ist noch mein Geist.
Die Seele reist
zu langsam meist.

Es wird mir still
weil ich es will.
Bin Ihr mir wert.
Zurück, gekehrt.

5 Responses to “Seelentroß”

  1. blogpoesie sagt:

    Da spielt sich ja einiges ab im Rückwärtigen.

    LG
    Petros

  2. Gedanquill sagt:

    Der Inhalt greift einen Text über eine Himalayaexpedition auf, den ich vor langer Zeit gelesen habe.
    Die Expedition stand unter Zeitdruck, die Sherpas wollten nicht weiter.
    Man gab ihnen Geld. Nach einer Zeit wollten sie erneut nicht weiter, auch alles Geld half nichts.
    Der Sherpaführer sagte:
    „Wir müssen erst warten, bis unsere Seele nachkommt.“

    Beste Grüße,
    Gedanquill

  3. blogpoesie sagt:

    Das ist ein beeindruckender Satz, den der Sherpaführer da gesagt hat.
    Mit der Seele Schritt zu halten, nicht zu schnell, nicht zu langsam . . . ich glaube, das wäre es.

    LG
    Petros

  4. blogpoesie sagt:

    Hallo Gedanquill, danke für deine Untersützung meines Buchprojektes. Freue mich sehr darüber.

    LG
    Petros

  5. Gedanquill sagt:

    Ja, das wäre es.
    Meiner meinung nach korrespondiert dieses Bild von der Seele direkt mit dem vom „in den Spiegel schauen können“.

    Wenn der Typ im Spiegel einer ist, dem man nicht in die Augen schauen möchte, hat man sich wohl zu sehr verbogen, als dass eine aufrechte Seele noch Platz finden könnte. Wenn er komplett fremd ist und bemitleidenswert aussieht, dann ist es Zeit, auf die Seele zu warten.

    Liebe Grüße,
    Gedanquill

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