Jäger des verlorenen Satzes

Ich stöbere im Wortgefledder,
und breche Zeilen an den Lauten,
die Zungen aus dem Schädel hauten,
wie kurzgeschlossene Zettelshredder.

Wo stecken all die Perlen nur,
in Ewigkeiten ausgebrütet?
Verborgene Diamantenspur,
hat zuviel Feinschliff hier gewütet?

Geheimnisse im dünnen Darme
der Verse, Bilder, Reimgebilde.
Auch Lesus Kryptus hebt die Arme,
birgt Leere, Geiles, Tote, Wilde.

Doch hinter Hof und Altpapier,
in Ekelhaft und Grab gekettet,
dort glimmen lichterfunkel vier
der Strophen sanft in Samt gebettet.

Und himmlisch rein, als Seelentor,
erstrahlt die fünfte dann empor.
Mit Tränenzittern, Augenbeben,
erlangt mein Suchen neues Leben,

Wahres Streben!
Schatz zu heben,
mir gegeben!

So wühle ich im Wortgeflodder,
und breche Laute an den Zeilen,
die Hirnen aus dem Schädel eilen,
wie grünverdünnter Nasenschnodder…

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