Archive for the ‘fernblick’ Category

kryptisches vergessen

Samstag, August 21st, 2010

worte Verdichten
zu einem wasserfest lichten Gespinst

der sinn reitet auf drei tragflächen

davon
ist immer eine bruchkante
im Gefüge
je dichter je dunkler
und schwerer
wird die Kryptik zur krypta

verherbergt heilig
begraben der zugang
zum Wort

keine
entblätterung
kleidet sich in die unendliche Distanz
zum vergessenen.

– nereeL mov erheL eiDie Leere vom Lehren –

Mittwoch, März 24th, 2010

Er hatte alles sagen wollen
in Worten, dringlich und genau.
Aus Perspektiven und aus Rollen
bestach er sinnig, scharf und schlau.

Doch aller Schall verhallt in Falten
verzückt verrückten Glücksentrückens
der angeschwallten Zielgestalten.
Es bricht das Licht des Wissbeglückens
zurück die Lehre, bleibt beim Alten.

Oben auf dem Pass

Donnerstag, Februar 4th, 2010

Wie ein Hauch den lichten Glanz
der polierten Eichenplatte,
hüllt ein Staub den Jugendkranz,
sanft vom Frischen in das Matte.

Und die kräftig roten Farben
tragen satt den Schein von Reife.
Ahne blass, das trockne Darben
in den Tropfen auf der Seife.

Wie der suchend ferne Blick
nun in Ruh und gerne landet,
schweift er öfter auch zurück;
Wo er mal und mehr versandet.

Die Gedanken kehren heim,
haben weit voraus gefangen.
Tragen nun in sich den Keim
vom Verstehen, was vergeht.

Antwort auf die Impertinenz einer Scheinbaren

Mittwoch, August 19th, 2009

Wahrer, Macher, Revoluzzer,
Staatsmänner und Klinkenputzer,
schreiben nicht aus Wichtigkeit,
dafür fehlt die knappe Zeit.

Nur, wenn man in stillen Stunden
Schlüsselzeiten neu bedenkt,
wahr, geträumt oder erfunden,
spürt man wie das Leben lenkt.

Und, dass man dies anderen schenkt,
was man sich hernach ersonnen,
in den Rythmen und den Reimen,
um Essenzen zu verleimen,
hat man nicht aus Protz begonnen,
wie der Leser oft sich denkt.

Nein, es ist der Wunsch nach Sphären,
die dem Wissen Raum erschließen.
Soll das Wort zur Kenntnis gären,
darf es nicht im Kopf zerfließen.

Eine Pflanze aus Gedanken,
bahnt sich schöpferisch Gestalt.
An den Blättern und den Ranken
wünschen wir Betrachtern Halt.

Mag vielleicht des Lesers Regung
Scherung oder Nahrung geben,
dass wir dann mit neuer Prägung
Wege zur Erkenntnis leben.

Die Impertinenz einer Scheinbaren:
http://lyrische-zwischenzeilen.blogspot.com/2009/07/die-impertinenz-einer-scheinbaren.html

Wahre Liebe

Donnerstag, Juli 2nd, 2009

Wahre Liebe kann nur leben
im Verlangen sich zu geben.
Nur im Teilen mehrt sie neu
sich im Andern mir zur Treu.

Und die Liebe, die so bindet,
stets in zartes Leben findet.
Dieses schöpft aus alter Quelle
Liebe vor zur jüngsten Stelle.

Guantanamerika

Freitag, Juni 19th, 2009

Die Gefangenen sihind frei,
wer kann sie erwarten?
Sihi fliehen vohobei,
aus düsteren Staaten.

Kein Mensch will das wissen,
ein jeder wird beschissen.
eine Bleibe auf Palau sei:
Neu gefahangen und frei!

Deutsche Höflichkeit

Samstag, Dezember 8th, 2007

Die Höflichkeit ist eine Kunst,
aus Nichts ein Lächeln auszusäen.
Dem Deutschen fehlt gleich jeder Dunst,
den Mechanismus zu verstehen.

Ein „Guten Tag!“ erschrickt so sehr,
man will sich gleich beleidigt fühlen.
Entschuldigen fällt doppelt schwer,
ein Held will nicht in Schwächen wühlen.

Ein Bier im Rheinland ist kein Spass.
man sieht sich nicht beim Prosten an.
Ein jeder starrt nur in sein Glas
dass er nur endlich trinken kann.

Unmöglich scheint ein warmer Gruß:
die Augen streben stets zur Seite.
Dass man nichts sieht, nicht grüßen muss:
Man blickt ins Grüne, in die Weite.

Natürlich kann der Mensch auch feiner
sogar dem Deutschen kann’s gelingen
In guten Zeiten schafft es einer,
Verdruß und Unmut zu bezwingen.

Das tut man gleich den Freunden kund,
man feiert trinkend sein Gelingen,
und hält vor allem nicht den Mund.
Zu gern hört man sich selber singen.

Am nächsten Tag im Kopf die Schmerzen.
Und jeder Vorsatz, nett zu sein,
ist längst vergessen, auch im Herzen.
Zu gerne teilt man Pech und Pein.

Warum beschließt man ohne Grund,
so oft und gerne schlecht zu denken,
bestraft die Mitwelt mit dem Mund:
Kann sich das Deutsche das nicht schenken?

Nacktsmaragd

Donnerstag, Dezember 6th, 2007

Wie aufgeplustert er stolziert,
erhaben reckt er sich empor.
Dosierter Ruck, und er posiert,
erstarrt geziert und stellt sich vor.

Er spielt Smaragd und will Applaus,
sein Federharem dient als Chor,
als Bühnenbild und Blumenstrauß,
Er dreht am Rad, spreizt es hervor.

In Würde schreitet er herum.
Was wendet sich der eitle Tor,
auch rücklings hin zum Publikum.
Wie krass sticht nun sein Arsch hervor.

Straight Through Processing (STP)

Montag, Januar 22nd, 2007

Viele Worte, Nichts zu sagen,
Gedachtes durch die Feder jagen.
Schon getrocknet, wenn bedacht,
zum Witz gemacht, doch nicht gelacht.

Auch Heulen ist Luxus

Samstag, Dezember 30th, 2006

Ich bin ja schon reichlich dort rum gekrochen,
allwissende Müllhalde scheinst Du zu sein.
Gebrochenes hab ich schon öfter gerochen,
schwamm faserig düster auf Tränen und Schleim.

Ganz früher entdeckte man glänzende Tips
erfahrener User und mutiger Köpfe.
Doch heute erwische ich Eiter und Gips
der heulenden Kranken und blubbernder Tröpfe.

Die Lasten von manchen sind grausam und schwer,
doch meistens erwische ich Wohlstand im Schwinden.
Es jammern nur alle, man will sich nicht schinden.

Beklagt wird der Sturz von Heil Deutschland ins Meer,
und heftig bedrückt, dass die Börsen so leer.
Die Globalisierung kann keiner verwinden.