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Oben auf dem Pass

Wie ein Hauch den lichten Glanz
der polierten Eichenplatte,
hüllt ein Staub den Jugendkranz,
sanft vom Frischen in das Matte.

Und die kräftig roten Farben
tragen satt den Schein von Reife.
Ahne blass, das trockne Darben
in den Tropfen auf der Seife.

Wie der suchend ferne Blick
nun in Ruh und gerne landet,
schweift er öfter auch zurück;
Wo er mal und mehr versandet.

Die Gedanken kehren heim,
haben weit voraus gefangen.
Tragen nun in sich den Keim
vom Verstehen, was vergeht.

Antwort auf die Impertinenz einer Scheinbaren

Wahrer, Macher, Revoluzzer,
Staatsmänner und Klinkenputzer,
schreiben nicht aus Wichtigkeit,
dafür fehlt die knappe Zeit.

Nur, wenn man in stillen Stunden
Schlüsselzeiten neu bedenkt,
wahr, geträumt oder erfunden,
spürt man wie das Leben lenkt.

Und, dass man dies anderen schenkt,
was man sich hernach ersonnen,
in den Rythmen und den Reimen,
um Essenzen zu verleimen,
hat man nicht aus Protz begonnen,
wie der Leser oft sich denkt.

Nein, es ist der Wunsch nach Sphären,
die dem Wissen Raum erschließen.
Soll das Wort zur Kenntnis gären,
darf es nicht im Kopf zerfließen.

Eine Pflanze aus Gedanken,
bahnt sich schöpferisch Gestalt.
An den Blättern und den Ranken
wünschen wir Betrachtern Halt.

Mag vielleicht des Lesers Regung
Scherung oder Nahrung geben,
dass wir dann mit neuer Prägung
Wege zur Erkenntnis leben.

Die Impertinenz einer Scheinbaren:
http://lyrische-zwischenzeilen.blogspot.com/2009/07/die-impertinenz-einer-scheinbaren.html

Guantanamerika

Die Gefangenen sihind frei,
wer kann sie erwarten?
Sihi fliehen vohobei,
aus düsteren Staaten.

Kein Mensch will das wissen,
ein jeder wird beschissen.
eine Bleibe auf Palau sei:
Neu gefahangen und frei!

Deutsche Höflichkeit

Die Höflichkeit ist eine Kunst,
aus Nichts ein Lächeln auszusäen.
Dem Deutschen fehlt gleich jeder Dunst,
den Mechanismus zu verstehen.

Ein “Guten Tag!” erschrickt so sehr,
man will sich gleich beleidigt fühlen.
Entschuldigen fällt doppelt schwer,
ein Held will nicht in Schwächen wühlen.

Ein Bier im Rheinland ist kein Spass.
man sieht sich nicht beim Prosten an.
Ein jeder starrt nur in sein Glas
dass er nur endlich trinken kann.

Unmöglich scheint ein warmer Gruß:
die Augen streben stets zur Seite.
Dass man nichts sieht, nicht grüßen muss:
Man blickt ins Grüne, in die Weite.

Natürlich kann der Mensch auch feiner
sogar dem Deutschen kann’s gelingen
In guten Zeiten schafft es einer,
Verdruß und Unmut zu bezwingen.

Das tut man gleich den Freunden kund,
man feiert trinkend sein Gelingen,
und hält vor allem nicht den Mund.
Zu gern hört man sich selber singen.

Am nächsten Tag im Kopf die Schmerzen.
Und jeder Vorsatz, nett zu sein,
ist längst vergessen, auch im Herzen.
Zu gerne teilt man Pech und Pein.

Warum beschließt man ohne Grund,
so oft und gerne schlecht zu denken,
bestraft die Mitwelt mit dem Mund:
Kann sich das Deutsche das nicht schenken?

Nacktsmaragd

Wie aufgeplustert er stolziert,
erhaben reckt er sich empor.
Dosierter Ruck, und er posiert,
erstarrt geziert und stellt sich vor.

Er spielt Smaragd und will Applaus,
sein Federharem dient als Chor,
als Bühnenbild und Blumenstrauß,
Er dreht am Rad, spreizt es hervor.

In Würde schreitet er herum.
Was wendet sich der eitle Tor,
auch rücklings hin zum Publikum.
Wie krass sticht nun sein Arsch hervor.

Straight Through Processing (STP)

Viele Worte, Nichts zu sagen,
Gedachtes durch die Feder jagen.
Schon getrocknet, wenn bedacht,
zum Witz gemacht, doch nicht gelacht.

Auch Heulen ist Luxus

Ich bin ja schon reichlich dort rum gekrochen,
allwissende Müllhalde scheinst Du zu sein.
Gebrochenes hab ich schon öfter gerochen,
schwamm faserig düster auf Tränen und Schleim.

Ganz früher entdeckte man glänzende Tips
erfahrener User und mutiger Köpfe.
Doch heute erwische ich Eiter und Gips
der heulenden Kranken und blubbernder Tröpfe.

Die Lasten von manchen sind grausam und schwer,
doch meistens erwische ich Wohlstand im Schwinden.
Es jammern nur alle, man will sich nicht schinden.

Beklagt wird der Sturz von Heil Deutschland ins Meer,
und heftig bedrückt, dass die Börsen so leer.
Die Globalisierung kann keiner verwinden.

Lieberinnern

Spinnen krabbeln durch die Lade,
Bogen schwingend ihre Ellen.
Tatterschmatzend rührt die Lade,
Spinnenbeingelenke schwellen.

Sie finden tastend nicht heran
an Farbentupfer, staubbedeckt,
des schönen, jungen, alten Mann,
der sicher in der Lade steckt.

Flattertakt lässt wackeldackeln
Straußenbeine, Gockelhals,
selbst der Blick muss gegenwackeln
sieht nichts, aber tut so als.

Ob die eingerahmte Liebe
gar nicht mehr dort drinnen ist?
Mörder, Schurken, böse Diebe?
Fern geseh’n vor Stundenfrist.

Seufzerknirschen, Lippen richten
wieder kunstvoll Kieferbauten.
Seele dreht in Rückwärtssichten,
leblos gleich die Augen schauten.

Erschöpftes Setzen in Verfall
schweift Erinnern aus dem Fenster.
So schön war’s früher - überall.
Heut nur draußen - drin Gespenster.

Himmelsstürmer

Spannt er sich wie Holz der Eibe
bogen gleich
biegt sich der Leibe
Sprung hinauf

Himmelreich

Wolken nun wie Stuck und Stein
tief und ferne
Fallenbremse fürs Gebein
Wattetod - ausgelacht

Griff der Sterne.

Kein Gedanke an zurück
viel zu weit
streben für den Augenblick
den Sinn gesucht

im Weltenkleid

Sanft gewinnt die Kraft an Schwere
wie ein Loch
der Seele droht die Bodenleere
keine Chance - genutzt

lebe noch.

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