Archive for the ‘lochzitter’ Category

Magenmeditation

Freitag, Februar 20th, 2009

Aus innerem Platzen erblüht diese Hitze
und gast alle Spannung aus meinem Geflecht,
entzündet mich jetzt und verletzt meinen Sitze,
es gärt mir der Geist, meine Frische wird schlecht.

Getropft, was verstopft, von den inneren Hauben,
so glucker! und quill!, was vereist liegt im Grill.
Ein heißes Verstauben, den Sinnspinn zu rauben,
der sich, nur ich nicht, mir im Kopf haben will.

Es legt sich mir nieder, verwirrend und bieder,
so gleich und so gültig verbrennt mir der Müll.
Der Geist und der Körper verschmelzen sich wieder,
so still, dass ich gerne herumliegen will.

Das Gluckern zum Rauschen, zum Tosen gebiert!
Ein Schwellen der Ströme entleert sich geballt,
Geniert drauf gestiert, was sich plötzlich verliert,
Von Leere es hallt, fühl mich alt und so kalt.

Tut gut, diese Flut, ohne Wut, voller Mut,
verebbt sich so langsam in meinem Verblassen.
Gereinigt das Wünschen, das Denken, das Blut,
zwar schwach, doch schon eins, muss ich mich nicht mehr hassen.

Deutsche Höflichkeit

Samstag, Dezember 8th, 2007

Die Höflichkeit ist eine Kunst,
aus Nichts ein Lächeln auszusäen.
Dem Deutschen fehlt gleich jeder Dunst,
den Mechanismus zu verstehen.

Ein „Guten Tag!“ erschrickt so sehr,
man will sich gleich beleidigt fühlen.
Entschuldigen fällt doppelt schwer,
ein Held will nicht in Schwächen wühlen.

Ein Bier im Rheinland ist kein Spass.
man sieht sich nicht beim Prosten an.
Ein jeder starrt nur in sein Glas
dass er nur endlich trinken kann.

Unmöglich scheint ein warmer Gruß:
die Augen streben stets zur Seite.
Dass man nichts sieht, nicht grüßen muss:
Man blickt ins Grüne, in die Weite.

Natürlich kann der Mensch auch feiner
sogar dem Deutschen kann’s gelingen
In guten Zeiten schafft es einer,
Verdruß und Unmut zu bezwingen.

Das tut man gleich den Freunden kund,
man feiert trinkend sein Gelingen,
und hält vor allem nicht den Mund.
Zu gern hört man sich selber singen.

Am nächsten Tag im Kopf die Schmerzen.
Und jeder Vorsatz, nett zu sein,
ist längst vergessen, auch im Herzen.
Zu gerne teilt man Pech und Pein.

Warum beschließt man ohne Grund,
so oft und gerne schlecht zu denken,
bestraft die Mitwelt mit dem Mund:
Kann sich das Deutsche das nicht schenken?

Dämonendrang

Sonntag, Januar 7th, 2007

Laut schlägt das düstere Klingen der wuchtigen Glocken,
knarrende Dielen gebeugt von verfinstertem Tritt,
näher und näher schlurft schabender, schleppender Schritt.
stocksteif erstarren auf zitternder Haut ihre Locken.

Ich hab‘ sie gewittert, gefunden, und nehme sie mit!
In ausufernd wuchernder Furcht es der Wimmernden graut,
Du armselig Häuflein wirst meine im Blute erblühende Braut.
Hah, rieche vergehende Angst vor dem höllischen Ritt!

Bin panisch verkrochen in mondenerleuchteter Nacht!
Beinahe gefunden, hockst jämmerlich hinter dem Stein.
Von reiner Gesinnung errufe ich heilige Macht!

Dämonen erglühender Blick will verbrennen mein Sein!
Teuflisches Wirken hat Dich mir zum Opfer gebracht.
Verletzend Berührung, im Zeichen erstirbt Dein Gebein!

vergehen

Sonntag, November 5th, 2006

Aufwärts steigt des Blutes Frieren
in Arme, Rücken, Hinterkopf.

Die Nackentüre öffnet sich
Zitterkälte

ein Würgehauch
es kräuselt eisig
unter Deine Schulterblätter
Espenlaub
wird Herzgeflatter

Angsterwachen in den Gliedern
Schimmerschauer, Ahnungsfühle
Schrankenfall und Dunkeltore
hinter Dir
gähnen schwarz
in Lähmungskühle
ein Lebenszittern
schüttelt Dich.

Abwärts zieht der Lebenssaft
ertränkt den Mut
nur Glühwurmlicht
und nassgerupfte Federklumpen
keine Kraft.

Der Gaumen drängt zum Hirngestirn
Zunge stirbt im Zähneklappern
Von oben hüllt der dunkle Mantel
Hoffnungstod.
Seelenhals am Galgen hängt
Angstschreistille mich umfängt
Seelengrausen
Lieblosschmerz
nur Knochenklappern
bleibt im Herz.

Kriechend schwarzes Wolkendunkel
schleicht sich vor
nimmt Gestalt
ist so kalt

dringt
fühletzend Greifekrallen
in mich ein

letztes Schrei!n

ein Leid getan.