Archive for the ‘Nasqualmbluten’ Category

Guantanamerika

Freitag, Juni 19th, 2009

Die Gefangenen sihind frei,
wer kann sie erwarten?
Sihi fliehen vohobei,
aus düsteren Staaten.

Kein Mensch will das wissen,
ein jeder wird beschissen.
eine Bleibe auf Palau sei:
Neu gefahangen und frei!

Deutsche Höflichkeit

Samstag, Dezember 8th, 2007

Die Höflichkeit ist eine Kunst,
aus Nichts ein Lächeln auszusäen.
Dem Deutschen fehlt gleich jeder Dunst,
den Mechanismus zu verstehen.

Ein „Guten Tag!“ erschrickt so sehr,
man will sich gleich beleidigt fühlen.
Entschuldigen fällt doppelt schwer,
ein Held will nicht in Schwächen wühlen.

Ein Bier im Rheinland ist kein Spass.
man sieht sich nicht beim Prosten an.
Ein jeder starrt nur in sein Glas
dass er nur endlich trinken kann.

Unmöglich scheint ein warmer Gruß:
die Augen streben stets zur Seite.
Dass man nichts sieht, nicht grüßen muss:
Man blickt ins Grüne, in die Weite.

Natürlich kann der Mensch auch feiner
sogar dem Deutschen kann’s gelingen
In guten Zeiten schafft es einer,
Verdruß und Unmut zu bezwingen.

Das tut man gleich den Freunden kund,
man feiert trinkend sein Gelingen,
und hält vor allem nicht den Mund.
Zu gern hört man sich selber singen.

Am nächsten Tag im Kopf die Schmerzen.
Und jeder Vorsatz, nett zu sein,
ist längst vergessen, auch im Herzen.
Zu gerne teilt man Pech und Pein.

Warum beschließt man ohne Grund,
so oft und gerne schlecht zu denken,
bestraft die Mitwelt mit dem Mund:
Kann sich das Deutsche das nicht schenken?

Nacktsmaragd

Donnerstag, Dezember 6th, 2007

Wie aufgeplustert er stolziert,
erhaben reckt er sich empor.
Dosierter Ruck, und er posiert,
erstarrt geziert und stellt sich vor.

Er spielt Smaragd und will Applaus,
sein Federharem dient als Chor,
als Bühnenbild und Blumenstrauß,
Er dreht am Rad, spreizt es hervor.

In Würde schreitet er herum.
Was wendet sich der eitle Tor,
auch rücklings hin zum Publikum.
Wie krass sticht nun sein Arsch hervor.

Auch Heulen ist Luxus

Samstag, Dezember 30th, 2006

Ich bin ja schon reichlich dort rum gekrochen,
allwissende Müllhalde scheinst Du zu sein.
Gebrochenes hab ich schon öfter gerochen,
schwamm faserig düster auf Tränen und Schleim.

Ganz früher entdeckte man glänzende Tips
erfahrener User und mutiger Köpfe.
Doch heute erwische ich Eiter und Gips
der heulenden Kranken und blubbernder Tröpfe.

Die Lasten von manchen sind grausam und schwer,
doch meistens erwische ich Wohlstand im Schwinden.
Es jammern nur alle, man will sich nicht schinden.

Beklagt wird der Sturz von Heil Deutschland ins Meer,
und heftig bedrückt, dass die Börsen so leer.
Die Globalisierung kann keiner verwinden.

Lesen verboten!

Donnerstag, Dezember 14th, 2006

Welche Neugier treibt Dich her,
kannst zwei Wörtchen nicht gut sehen?
Regeln folgen fällt Dir schwer,
wolltest nicht zur Schule gehen?

Vielleicht bist Du nur dreist getrieben,
gern zarte Grenzen niedertrampelst.
Wärst besser gleich zu Haus geblieben,
nun in der Sätze Netze strampelst.

Erkenntnis wird Dir nie gegeben!
Haah, schau verblüfft, bestürzt, empört!
Saugst meine Bilder Dir zum Leben,
Schenkst Dir den Sinn, der mir gehört!

Die Regeln brichst Du unverfroren,
und mir gleich auch aus meinem Munde,
was hast Du, Armer, hier verloren,
mit Hirnleid zahlst Du diese Stunde!

Beleidigt sehen meine Worte
gefesselt sich in Deinem Blick!
Verzieh Dich doch an andre Orte,
Wie drängt man Dich ins Loch zurück?

Du Beispiel roter Schwellgesichter,
verhöhnt Dich leicht ein Dieb der Zeit.
Bin Wortgelichter, bin kein Dichter!
So lies dies und es tut Dir leid.

Zeitenwende

Mittwoch, November 8th, 2006

Oh, welche große,
tiefe
Wut!
regt sich unter feinem Zwirn
Lavaglut
kocht mir das Blut

giftet auf
mein Herz und Hirn.

Ist schon wieder Zeitenwende?

Schicksal, legst Lektionen auf
Lebensabschnitt
schon zu Ende?

Wohin führt der Dinge Lauf

Sei es Prüfung oder Zeichen
mag schon folgen, muss ich bleiben?

Wohin weichen,
was erreichen

Zufall oder Wegbereiter?

Ja, in mir ist Zeitenwende.
Wohin auch immer
muss ich
weiter.