Archive for the ‘Sein Ich sein’ Category

In Jesus leuchten

Mittwoch, Mai 26th, 2010

Frei vom Wünschen und Verlangen
lehnt mein Ich sich sanft zurück.
Trotz der Zwänge stirbt mein Bangen
zwischen Seufzern voller Glück.

Als mir Blicke durch die Stirn
weit in alle Himmel lachen
löst im lichtverzückten Hirn
sich mein Denken in ein Wachen.

Behutachtsam erfühlt sich mir
der Friede im Verzicht und! Ja
zum aller Einen, jetzt und hier.
Ich bin Dir, Liebe, einfach, da.

– nereeL mov erheL eiDie Leere vom Lehren –

Mittwoch, März 24th, 2010

Er hatte alles sagen wollen
in Worten, dringlich und genau.
Aus Perspektiven und aus Rollen
bestach er sinnig, scharf und schlau.

Doch aller Schall verhallt in Falten
verzückt verrückten Glücksentrückens
der angeschwallten Zielgestalten.
Es bricht das Licht des Wissbeglückens
zurück die Lehre, bleibt beim Alten.

Oben auf dem Pass

Donnerstag, Februar 4th, 2010

Wie ein Hauch den lichten Glanz
der polierten Eichenplatte,
hüllt ein Staub den Jugendkranz,
sanft vom Frischen in das Matte.

Und die kräftig roten Farben
tragen satt den Schein von Reife.
Ahne blass, das trockne Darben
in den Tropfen auf der Seife.

Wie der suchend ferne Blick
nun in Ruh und gerne landet,
schweift er öfter auch zurück;
Wo er mal und mehr versandet.

Die Gedanken kehren heim,
haben weit voraus gefangen.
Tragen nun in sich den Keim
vom Verstehen, was vergeht.

Antwort auf die Impertinenz einer Scheinbaren

Mittwoch, August 19th, 2009

Wahrer, Macher, Revoluzzer,
Staatsmänner und Klinkenputzer,
schreiben nicht aus Wichtigkeit,
dafür fehlt die knappe Zeit.

Nur, wenn man in stillen Stunden
Schlüsselzeiten neu bedenkt,
wahr, geträumt oder erfunden,
spürt man wie das Leben lenkt.

Und, dass man dies anderen schenkt,
was man sich hernach ersonnen,
in den Rythmen und den Reimen,
um Essenzen zu verleimen,
hat man nicht aus Protz begonnen,
wie der Leser oft sich denkt.

Nein, es ist der Wunsch nach Sphären,
die dem Wissen Raum erschließen.
Soll das Wort zur Kenntnis gären,
darf es nicht im Kopf zerfließen.

Eine Pflanze aus Gedanken,
bahnt sich schöpferisch Gestalt.
An den Blättern und den Ranken
wünschen wir Betrachtern Halt.

Mag vielleicht des Lesers Regung
Scherung oder Nahrung geben,
dass wir dann mit neuer Prägung
Wege zur Erkenntnis leben.

Die Impertinenz einer Scheinbaren:
http://lyrische-zwischenzeilen.blogspot.com/2009/07/die-impertinenz-einer-scheinbaren.html

Trommelfell

Donnerstag, Juli 2nd, 2009

Leichte Schläge,
immer wieder,
gar nicht träge,
auf und nieder;

Manchmal holpernd,
selten leise,
wieder stolpernd,
sanfter Weise;

Bald ein Prügeln
auf das Helle,
nicht zu zügeln,
laut und schnelle,

treibt es Beulen,
und auch Wellen,
in die Haut
an vielen Stellen,

dann Dein Lachen,
dröhnt beim Schlagen,
lässt es krachen,
kein Vertragen!

Da! Sieh! Jetzt! Wie verletzt,
ist beim nächsten Schlag zerfetzt.
Machst das Trommelfell kaputt
– und ich höre wieder gut.

Des Toren linkes Ohr

Donnerstag, Juni 25th, 2009

Ein Tor verlor sein linkes Ohr,
ganz leise, unbemerkt und still.
Das kam ihm ziemlich seltsam vor,
warum sein Ohr nicht bleiben will?

Dies Ohr war ihm nicht wohl gesonnen,
von außen fing es nur den Schmutz.
nach innen ist er dann geronnen,
und drinnen hat er so gesponnen,
dass es fiel ab wie feuchter Putz.

So schritt er aus, es aufzufinden.
und fand es schlafend in der Sonn‘.
Doch als er es wollt an sich binden,
flog es sogleich wieder davon.

Der Tor, der nickt bedeutungsschwer:
Was einmal war von Licht durchflossen,
das kommt zu einem Tor nicht mehr.
Er warf den Mund gleich hinterher,
das Auge hat sich angeschlossen.

So war sein Kopf nun wohl verschlossen
mit allem Schmutz, der drin verblieben.
Im Sonnenschein hat er genossen,
sich innerlich neu durchzusieben.

Und rechtes Auge, zweites Ohr,
verhielten sich mucksmäuschenstill,
dass nicht bemerkt, der brave Tor,
was er noch nicht im Dreck verlor.

Aschermittwoch

Freitag, Februar 20th, 2009

In den Ecken am Morgen steht gelber Geruch.
An den Bronzen und Brunnen der Urinstinkt auch
hat gepaart sich mit einem geglückten Versuch,
den es bunt treibt aus leuchtendem Sackgassenschlauch.

Und so schiebe ich ab durch die Mitte der Plätze,
diesen schlauchlos gereift teuren Kindersportwagen.
Halte Obacht, wohin ich die Tritte mir setze,
Will nicht mehr an Kamellen vom letzten Jahr nagen.

Magenmeditation

Freitag, Februar 20th, 2009

Aus innerem Platzen erblüht diese Hitze
und gast alle Spannung aus meinem Geflecht,
entzündet mich jetzt und verletzt meinen Sitze,
es gärt mir der Geist, meine Frische wird schlecht.

Getropft, was verstopft, von den inneren Hauben,
so glucker! und quill!, was vereist liegt im Grill.
Ein heißes Verstauben, den Sinnspinn zu rauben,
der sich, nur ich nicht, mir im Kopf haben will.

Es legt sich mir nieder, verwirrend und bieder,
so gleich und so gültig verbrennt mir der Müll.
Der Geist und der Körper verschmelzen sich wieder,
so still, dass ich gerne herumliegen will.

Das Gluckern zum Rauschen, zum Tosen gebiert!
Ein Schwellen der Ströme entleert sich geballt,
Geniert drauf gestiert, was sich plötzlich verliert,
Von Leere es hallt, fühl mich alt und so kalt.

Tut gut, diese Flut, ohne Wut, voller Mut,
verebbt sich so langsam in meinem Verblassen.
Gereinigt das Wünschen, das Denken, das Blut,
zwar schwach, doch schon eins, muss ich mich nicht mehr hassen.

Abschied für Immer

Sonntag, Januar 6th, 2008

Dir glitzern Tränen im Gesicht,
Mein Blick stellt immer nur die Fragen
im uferlosen Sehnen nicht,
auch unerfüllt bleibt mir das Leid,
nichts treu und bindend mehr zu sagen.

Und jäh blitzt auf der Hoffnungsschimmer,
mich zweifelnd wieder neu zu quälen!
Ein Sprung im Glas verwächst sich nimmer,
er wächst im Missklang und im Streit;
bricht stur in Scherben, wer darf zählen?

Dein langer, letzter, lieber Blick
verwandelt sich in fremdes Starren.
Ich weiß, es gibt hier kein Zurück;
so süß gereift ist diese Zeit,
Gefühl lebendig zu verscharren.

Schnupftuchfetzen und Demento

Dienstag, Dezember 4th, 2007

Winke, winke, meint sie mich?
Huch, ich lächle, sie jetzt auch,
wie ich wachse aus dem Bauch.
kenne ich Sie wissentlich?

Oh, jetzt kommt sie zu mir hin!
Mach ich, lass ich, fass ich das?
Warum hat sie soviel Spass?
Oh, ich kratze mich am Kinn,

schau‘ verlegen auf die Uhr,
und dann wühl‘ ich in der Jacke,
Schnupftuchfetzen, welche Schande,
bin ich völlig aus der Spur?

Fummelfetzen an den Fingern,
und mein hektisch Taschenspiel
beult herum, doch hilft nicht viel.
Hilft mir Lutschen an den Dingern?

Prima, Hände find nun fauber,
doch waf pappelt an der Lippe
fo alf Tütenmonfterkippe?
Weifer Ftreif auf grünem Schnauber!

Mit dem Rücken meiner Hand
wische ich durch mein Gesicht
alles weg – ich find es nicht!
Fähnchen weiss, an Schädelwand,

flattert aus der Restfrisur.
Uhh, verlegen weggeduckt,
Glocken schnell zurechtgejuckt,
kämmen Finger Korrektur.

Doch woher kommt der Geruch?
So intim und so persönlich?
Täglich wasch ich mich gewöhnlich!
Großer Glockenfingerfluch!

Kann so nicht zur Arbeit gehen,
hab‘ kein Deo aufgelegt.
Was hat mich so aufgeregt?
Weit und breit ist nichts zu sehen.

Warum ist die Frau so heiter?
Aber Paps, was machst Du hier?
Sollst doch gar nicht vor die Tür!
?!? – Besser ist, ich gehe weiter…