Archive for the ‘Bebflirren’ Category

In Jesus leuchten

Mittwoch, Mai 26th, 2010

Frei vom Wünschen und Verlangen
lehnt mein Ich sich sanft zurück.
Trotz der Zwänge stirbt mein Bangen
zwischen Seufzern voller Glück.

Als mir Blicke durch die Stirn
weit in alle Himmel lachen
löst im lichtverzückten Hirn
sich mein Denken in ein Wachen.

Behutachtsam erfühlt sich mir
der Friede im Verzicht und! Ja
zum aller Einen, jetzt und hier.
Ich bin Dir, Liebe, einfach, da.

Schnupftuchfetzen und Demento

Dienstag, Dezember 4th, 2007

Winke, winke, meint sie mich?
Huch, ich lächle, sie jetzt auch,
wie ich wachse aus dem Bauch.
kenne ich Sie wissentlich?

Oh, jetzt kommt sie zu mir hin!
Mach ich, lass ich, fass ich das?
Warum hat sie soviel Spass?
Oh, ich kratze mich am Kinn,

schau‘ verlegen auf die Uhr,
und dann wühl‘ ich in der Jacke,
Schnupftuchfetzen, welche Schande,
bin ich völlig aus der Spur?

Fummelfetzen an den Fingern,
und mein hektisch Taschenspiel
beult herum, doch hilft nicht viel.
Hilft mir Lutschen an den Dingern?

Prima, Hände find nun fauber,
doch waf pappelt an der Lippe
fo alf Tütenmonfterkippe?
Weifer Ftreif auf grünem Schnauber!

Mit dem Rücken meiner Hand
wische ich durch mein Gesicht
alles weg – ich find es nicht!
Fähnchen weiss, an Schädelwand,

flattert aus der Restfrisur.
Uhh, verlegen weggeduckt,
Glocken schnell zurechtgejuckt,
kämmen Finger Korrektur.

Doch woher kommt der Geruch?
So intim und so persönlich?
Täglich wasch ich mich gewöhnlich!
Großer Glockenfingerfluch!

Kann so nicht zur Arbeit gehen,
hab‘ kein Deo aufgelegt.
Was hat mich so aufgeregt?
Weit und breit ist nichts zu sehen.

Warum ist die Frau so heiter?
Aber Paps, was machst Du hier?
Sollst doch gar nicht vor die Tür!
?!? – Besser ist, ich gehe weiter…

Treiben im Regen

Samstag, März 3rd, 2007

Wie gierende Blüten erbeben die Hände,
im Takte sich räkelnd hinauf in die Lüfte.
Es wiegt sich mein Körper im kreisenden Tanz.
Die Haare mir streicheln so sanft und behende
als glänzglatte Seide auf schwingender Hüfte,
dass Knospen erblühen im hauchnassem Kranz.

Als lindwarmes Prickeln umschließt mich die Nässe,
beklatscht mich im Wirbeln mit leisem Applaus.
Die Achseln verströmen in hauchender Kühle
die Ahnung von Flammen auf glühender Blässe.
Es treibt mich ein Sehnen nach Rhythmus hinaus
in dampfende Güsse und tropische Schwüle.

Die Süßwasserperlen umschließen das Salz
und spülen erregt über Wange und Hals,
versinken im duftenden, schwellenden Schoß.
Mit gleitenden Händen, so stell ich ihn bloß.
Verrutschende Wäsche bedeckt mich nur knapp,
die Jeanshose klebt und ich streife sie ab.

Sie umschmeichelt die Füße, sucht saugend nach Halt,
nur ein nasswarmes Brodeln besprenkelt mich heiß.
Und mein Stampfen entfesselt die sanfte Gewalt,
taucht die glänzende Haut in Verlangen und Schweiß.
Ich erwecke den warmen, benetzten Asphalt,
und die in mir verborgene Wollustgestalt

bäumt den Körper mir auf, wie zum Bogen gespannt,
beide Arme, Gesicht in den Regen gereckt.
Und wie Nebel durchdrängt mich ein Ziehen der Lust,
wird ein Strömen von schmelzendem, glühendem Brand,
der ein berstendes Stöhnen und Fühlen erweckt,
schieb mir langsam die Bluse von wölbender Brust.

Fremde Hände erspüren die Taille an mir,
rücklings pressend Dein Knie in die Hitze entgleitet
und gekonnt meinen Schritt hin zum Torbogen weitet.
Die Berührung genossen, zur Statue gegossen,
mein Beherrschen zerborsten, das Denken geschlossen,
explodiert mein Empfinden, bin tobende Gier.

Völlig lebengeflutet, verwandelt und frei,
so entfährt mir ein wildes Walkürengeschrei.
Hab Dein Drängen gepackt, mir zum Spaß, dir zur Qual,
deinen schutzlosen, zuckenden Lustmarterpfahl.
Steht nun auf, steht mir bei, steht mir zu, steht mir vor:
und ich öffne das schlingende, lüsterne Tor…

(c) 2007 by Gedanquill