Archive for the ‘pfeilblickfern’ Category

Oben auf dem Pass

Donnerstag, Februar 4th, 2010

Wie ein Hauch den lichten Glanz
der polierten Eichenplatte,
hüllt ein Staub den Jugendkranz,
sanft vom Frischen in das Matte.

Und die kräftig roten Farben
tragen satt den Schein von Reife.
Ahne blass, das trockne Darben
in den Tropfen auf der Seife.

Wie der suchend ferne Blick
nun in Ruh und gerne landet,
schweift er öfter auch zurück;
Wo er mal und mehr versandet.

Die Gedanken kehren heim,
haben weit voraus gefangen.
Tragen nun in sich den Keim
vom Verstehen, was vergeht.

Antwort auf die Impertinenz einer Scheinbaren

Mittwoch, August 19th, 2009

Wahrer, Macher, Revoluzzer,
Staatsmänner und Klinkenputzer,
schreiben nicht aus Wichtigkeit,
dafür fehlt die knappe Zeit.

Nur, wenn man in stillen Stunden
Schlüsselzeiten neu bedenkt,
wahr, geträumt oder erfunden,
spürt man wie das Leben lenkt.

Und, dass man dies anderen schenkt,
was man sich hernach ersonnen,
in den Rythmen und den Reimen,
um Essenzen zu verleimen,
hat man nicht aus Protz begonnen,
wie der Leser oft sich denkt.

Nein, es ist der Wunsch nach Sphären,
die dem Wissen Raum erschließen.
Soll das Wort zur Kenntnis gären,
darf es nicht im Kopf zerfließen.

Eine Pflanze aus Gedanken,
bahnt sich schöpferisch Gestalt.
An den Blättern und den Ranken
wünschen wir Betrachtern Halt.

Mag vielleicht des Lesers Regung
Scherung oder Nahrung geben,
dass wir dann mit neuer Prägung
Wege zur Erkenntnis leben.

Die Impertinenz einer Scheinbaren:
http://lyrische-zwischenzeilen.blogspot.com/2009/07/die-impertinenz-einer-scheinbaren.html

Abendmahl

Samstag, Dezember 1st, 2007

Der Wille ward frei durch den Schmerz
des Menschensohns opferndes Fügen.
Zum Heil weist den Geist nur das Herz,
Verstand ist die Schale für Lügen

Und Qual.

Ich sehe die Hoffnung der Liebe
zum Darwin’schen Wandel der Glut,
zum Dulden der Hiebe und Triebe
der mordenden, sterbenden Brut

Großer Zahl.

Der Rotwein ist Blut meiner Sünden,
der Laib Frucht für meine Begier.
So schluck ich das mahnende Künden,
von Liebe als göttlicher Zier

Deiner Wahl.

So schmecke ich täglich die Traube
als Sünde mir gänzlich gewahr.
und speise im ehrlichen Glaube,
dass dieses Dein Ansinnen war

Aus dem Gral.

Der Phönix stirbt freitags

Sonntag, Januar 28th, 2007

Vom Wochenflug ins Bett gesunken
so bruchstürzt Phönix heimwärts meist
Der Landung Reibung schlägt den Funken,
er brennt sich aus mit Kräutergeist.

Die Frau versorgt den Brand mit Scheiten.
Wenn’s Herz nicht wärmt, glüht doch das Fühlen.
Anstatt zu dumpfen lieber streiten,
soll Leidenschaft nicht ganz erkühlen.

So brennt am Samstag stets die Hütte,
wenn Phönix noch in Asche stirbt.
Bleibt ungehört der Kinder Bitte,
vergebens sie zum Spiele wirbt.

Die ganze Woche Federnpracht
in mächtig kreisend Flügelschlagen,
im stolzen Flug zur Schau gebracht,
wie’s andere Vögel selten wagen.
vergeh’n zu Grau des Freitags Nacht.

Dann, Sonntagabend, aus dem Staube,
von Frau und Kind nicht mehr erwartet,
erwächst die neue Federhaube.
Ihr Phönix in die Woche startet.

Fünf Dinge

Samstag, Januar 27th, 2007

Ein Stöckchen für Stefanie

Der Dinge fünf, nur mir bekannt,
gewünscht von mir nicht, doch beschert.
Das Tor in mein verborg’nes Land
verschlossen. Schlüsselloch gewährt.

Nur ein einzig Band für ewig
schwor in Liebe ich vor Jahren.
Erstes Bändlein war zu wenig
rein und wert in Schmerzgefahren.

Der Töchter zwei sind mir geschenkt,
ein Weiteres strampelt in den März.
Beruflich bin ich selbst gelenkt,
und lebe ganz mit Kopf und Herz.

Vier Räder, meine Leidenschaft,
von Kindesbeinen an gespürt,
für Formen und geballte Kraft,
sind jetzt in Sinn und Zweck geschnürt.

In jedem fünften Frühlingswerben
Venedig bettet unser Herz
wo einst versprochen bis zum Sterben
erwacht Erinnern, Glück und Schmerz.

Versiegt Euch dieses Rinnsal wieder,
ihr habt gekostet von den Tropfen.
Der Dinge fünf schrieb ich hier nieder
das sechste birgt ein neuer Stopfen.

Träne des Himmelsstürmers

Donnerstag, Januar 18th, 2007

Viele tausend Meter tief
fällt ein einzig Tränentropfen.
Stummer Schrei um Hilfe rief,
Lebensloch ist nicht zu stopfen.

Pfeile lechzen nach dem Herzen,
Sonne dörrt den Willensflug.
Anmut deckt die Weglustschmerzen,
Es ist zu sehr nicht genug.

Kräftig weiches Flügelschlagen,
Flucht nach vorne, hoch hinaus.
Wille kann die Seele tragen,
nur der Körper stirbt sich aus.

Sieh ersehnend diesen Berg,
Ziel im Zehren von der Zeit,
einzig lebend Landelicht.
Höchste Ruh vollbringt das Werk,
lindert Sturz und Immerleid.

Meiner Elfentochter

Samstag, Januar 6th, 2007

Blaue Augen, welch Zauber in Dir,
klar und fragend so schaust Du mich an.
Suchst und findest den Schützer in mir,
bindest zärtlich den Vater und Mann.
Heilige Schwüre würd‘ ich auf Dich leisten.
Unverdorbenes Wissen und Wollen,
künftig das Rückgrat für Müssen und Sollen.

Edelsteine in Seide gefasst,
Sonnenfunkelnd Dein zartes Gesicht
Haut und Ohren von Elfen Du hast,
unantastbare Aura von Licht.
Werd‘ Dich bewahren vor Diebischen, Dreisten.
Sanft beherrscht ist Dein zärtliches Werben,
Fäden der Liebe spinnst ohne Verderben.

Schon als Baby von himmlischen Duft
war Dein samtiges, glänzendes Haar.
Fast zerbrechlich sensibler Verstand
führt Dich stetig durch Leben und Jahr.
Glück und Erkenntnis erfahre im meisten.
Taktgefühl hast schon immer besessen,
liebenden Vater darfst Du nicht vergessen.

Reifer Samen

Sonntag, Dezember 24th, 2006

Bin reif
bin trächtig mit Samen
darf mein Wirken nicht mehr
zurückhalten

das Schicksal
fordert meinen Beitrag und
hebt mir die Hände zum Geben
die Sanduhr
darf nicht länger verschlossen
werden von meinen blutig
bohrenden
Fingern

Aber
ich will nicht

Wir sind zuviel

Freitag, Dezember 1st, 2006

Wir horchen in die Tage,
empfinden sie als Plage.
und spüren uns als Nacht
sind um den Schlaf gebracht.

Wir denken uns in Liebe
doch fürchten Ihre Diebe,
erschaffen uns als Leben,
bedürftig ohne Geben.

Wir malen uns den Herrn,
zu seh’n ihn endlos fern.
In Schmerzen fast zerschellt,
so schwemmen wir die Welt.

Sei Schluss mit diesem Weltenfühlen!
als Igel roll ich mich zusammen,
geh wie ein Phoenix auf in Flammen!
Zur Trübsalsasche will ich kühlen.

Soll warmer, weicher Wind mich wehn
bin winzig, wichtig, Weltenteil.
Nicht Hoffen, Leben labt mein Heil
Will Welt nur wie ein Kinde seh’n.

Frühlingsreigen (II)

Donnerstag, November 30th, 2006

Frühlingsreigen
Bändertanz
Köpfe neigen
Augenglanz

Liebes Glück
Herzens Lachen
Schritt zurück
Weiter machen

Köpfe drehen
Blicke heiß
Wieder sehen
Frischer Schweiß

Sehnsuchtsbann
Hände reichen
Schritt voran
Finger streichen

Körper blühen
Band gewoben
Seelenglühen
Fort geschoben

Alles fliegt
Bänder wehen
Herz besiegt
Schneller drehen

Wechselpaare
Wirbeln wild
Wehen Haare
Wüstes Bild

Sanftes Küssen
Dich gepackt
Fühlen müssen
Lippen nackt…