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- 20.2.2009: Magenmeditation
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Archiv der Kategorie schmerzdruckwatte
Magenmeditation
20.2.2009 von Gedanquill.
Aus innerem Platzen erblüht diese Hitze
und gast alle Spannung aus meinem Geflecht,
entzündet mich jetzt und verletzt meinen Sitze,
es gärt mir der Geist, meine Frische wird schlecht.
Getropft, was verstopft, von den inneren Hauben,
so glucker! und quill!, was vereist liegt im Grill.
Ein heißes Verstauben, den Sinnspinn zu rauben,
der sich, nur ich nicht, mir im Kopf haben will.
Es legt sich mir nieder, verwirrend und bieder,
so gleich und so gültig verbrennt mir der Müll.
Der Geist und der Körper verschmelzen sich wieder,
so still, dass ich gerne herumliegen will.
Das Gluckern zum Rauschen, zum Tosen gebiert!
Ein Schwellen der Ströme entleert sich geballt,
Geniert drauf gestiert, was sich plötzlich verliert,
Von Leere es hallt, fühl mich alt und so kalt.
Tut gut, diese Flut, ohne Wut, voller Mut,
verebbt sich so langsam in meinem Verblassen.
Gereinigt das Wünschen, das Denken, das Blut,
zwar schwach, doch schon eins, muss ich mich nicht mehr hassen.
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Der Frühling trinkt aus meiner Hand
21.2.2007 von Gedanquill.
Ein unsichtbares Heer aus Lüften
belagert mich und macht mich krank,
schlägt mich mit Schleim und schlechten Düften.
Mein Kopf liegt auf der Fensterbank
und treibt hinaus in Frühlingshauch.
Der Zäune Latten Winterschatten
säumt ihn mit dicken Kältematten
und zwingt hernieder auf den Bauch
den frisch geschlüpften, herrlich bunten
federleichten Farbentupfen.
Mühsam schiebt er sich hinfort,
aus der Kälte letzten Hort.
Der Weg zu weit, der Kopf weit unten,
kein Wind hilft lupfend ihm zu hupfen.
Mein Blick wird Schmerz, treibt mich zurück
in glasgefassten Körperkampf.
Durchzuckt mich plötzlich dieses Glück,
gekränkt verblasst der Schädelkrampf.
Die Türen auf und aufgesprungen,
der Schritt beschwingt von Leichtigkeit,
ein Frühlingsklang aus mir gesungen,
nun trachte ich dem Winterleid.
Ganz sacht bewahrt ins Sonnenlachen,
so trage ich den zarten Schwachen.
Knarzt schabend laut sein Flügelschwingen,
will in der Sonne er vergehen?
Nur langsam, steif will ihm gelingen
auf eig’nen Füßen schon zu stehen.
Vom Wind gefällt und fortgeweht,
sogleich reich ich ihm meine Hand.
Oh Gott, er krabbelt rauf und steht!
Vielleicht hat er die Hand erkannt?
Ich will ihn retten, will sein Leben!
Betrachte seine blauen Augen:
Darf Honigtropfen ich Dir geben?
Sein Rüssel taucht, das Gold zu saugen.
Mein Blick streift zärtlich über ihn
Minuten, Wärme, Zeitvergessen.
Er fliegt! Und wirbelt leicht dahin,
hat Lenz aus meiner Hand gegessen.
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Der Phönix stirbt freitags
28.1.2007 von Gedanquill.
Vom Wochenflug ins Bett gesunken
so bruchstürzt Phönix heimwärts meist
Der Landung Reibung schlägt den Funken,
er brennt sich aus mit Kräutergeist.
Die Frau versorgt den Brand mit Scheiten.
Wenn’s Herz nicht wärmt, glüht doch das Fühlen.
Anstatt zu dumpfen lieber streiten,
soll Leidenschaft nicht ganz erkühlen.
So brennt am Samstag stets die Hütte,
wenn Phönix noch in Asche stirbt.
Bleibt ungehört der Kinder Bitte,
vergebens sie zum Spiele wirbt.
Die ganze Woche Federnpracht
in mächtig kreisend Flügelschlagen,
im stolzen Flug zur Schau gebracht,
wie’s andere Vögel selten wagen.
vergeh’n zu Grau des Freitags Nacht.
Dann, Sonntagabend, aus dem Staube,
von Frau und Kind nicht mehr erwartet,
erwächst die neue Federhaube.
Ihr Phönix in die Woche startet.
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execution
4.1.2007 von Gedanquill.
hände hat man mir gebunden.
schweiß stinkt beißend mir ins hirn
aus der Augen zwängend zwirn
seelenahnen riecht die stunden.
haltung zwingt das kreuz der hände
selbst in bande eingeschlungen
schleichend scharf ins fleisch gedrungen
fingerkuppen streicheln wände
rotz und regen kühlt die wangen
so wie schrei und spott das ohr
steh’ mir selbst betrachtend vor
seh mich atmen hör mich bangen
schmerz im arm stößt mich ins ich
platze auf in hass und fieber
schneller tod ist wär mir lieber
augen frei und messerstich!
Halte ein, lebloses Tier!
Ich! Bin Leben! Kann mich ändern!
Schrei ich denn zu Kleiderständern?
Ohh, erkenn’ den Mensch in mir!
hähme grinst durch tränenfluss
zentnerschweres kinngewicht
fairer abschied ist das nicht
schwarz allein leer gähnen schuss…
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Wächter der Nachtburg
13.12.2006 von Gedanquill.
Die Gedanken sind so frei,
mussten mir verloren gehen.
Standen eben mir noch bei,
flohen ohne umzudrehen.
Draußen schluckt die tiefe Nacht
feuchtes Brennen meiner Augen.
Einsam halt ich meine Wacht,
muss dem Tag die Luft aussaugen.
Vater Schlaf mit seiner Decke
kann mein Burgtor nicht durchqueren.
Unbewacht ist keine Ecke
meiner Hallen finstren Leeren.
Hohlpelz meiner Jagd im Kreis,
wacker hältst Trophäenlast.
Krampfe dich, Etappenpreis,
bis der Nacht Gewand verblasst.
Geschrieben in Sein Ich sein, schmerzdruckwatte, kinngewicht | 1 Kommentar »
Heldiot
21.11.2006 von Gedanquill.
Seit früh um vier
ein Turm von Fragen
ich sitze hier
um mich zu plagen
doch stört’s mich nicht
voll Zuversicht.
Kollegen alle längst schon fort,
der Chef ist auch schon lang daheim
Das Büro ist jetzt ein stiller Ort,
frei von tumbem Redeschleim.
Die Fenster sind nun dunkle Wände
ich denke eine Kleinigkeit
Kaffeezittern führt die Hände
bedenke sie für eine Zeit
Mund stinketrocken
ausgedörrt
Gedankenblitz zieht Speichelflocken
ins schwarze Loch
Nichts
was mich stört
Ich denke - was? Wo war ich noch?
Ein Blick zum schwarzen Fensterspiegel
seh ich mich grinsen.
Über meinem Brillenbügel
gelbgefleckte Brennstofflinsen
ein fratzenguter Witz.
Wangen, Brauen wollen kneifen
gußstahlstarre Willensreste
auf Naseweiß, schweißglänzend spitz
reiten dunkle Augenreifen
Ja, ich bin der Allerbeste.
Die Lochfraßopfer wieder raus
aus meiner Scharfsinnssenke.
Mein Bildschirm sieht so komisch aus
- Weiß ich was ich denke? -
ist völlig schwarz wie Druckertoner
der Arbeit Hälfte ist vollbracht
ach stimmt ja, ist der Bildschirmschoner.
Hah, nur keine Müdigkeit!
Rest schaff ich, wäre doch gelacht.
Erst zehne, bleibt noch ewig Zeit.
Das Aquarium der Finsternis
zückt zuckerbunte Lichterplatten
schlägt hinter mir den scharfen Riss
aus krummgehockten Körpers Schatten
als Wändedruck in später Nacht.
- Was war noch gleich mein Streben? -
Was wollt ich noch mit aller Macht?
Bald ist’s vollbracht,
will alles geben.
So dunkel hier
kurz Augenschließen
ein zahlreich schwarzes Traumgetier
ergießt sich - kaum mehr Licht zum Denken.
Pechzungengleich Gedanken fließen
Muss ich denn alle Zeit verschenken?
Blick wieder auf
doch stark getrübt
mitwandernd schwarzer Federschnee
was nächtens es nicht alles gibt
das ich solch wirre Dinge seh.
Zum Fertigwerden hab ich Lust
auf meiner Stirn nun kalter Schweiß.
Den Ledergürtel zieht mir wer
um die Brust!
Stahlklammerfaust!
wie’s in mir reißt…
ich atme
schwer
mein Herz
schläft
ein
will
kann nicht
schrei´n
hab Blut im Ohr…
schon Nichtgedanken…
Flackerkerze…
Schulterschwanken
Kalter Graus!
Mein Ich
und Denken
Licht
geht
aus…
…umfängt mich sacht
Bewusstsleere…
Nichts vollbracht…
…was fertig wäre…
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schmerzende Leere
2.11.2006 von Gedanquill.
Gedanken humpeln
an Federschaftkrücken
über die innere Bretterbühne.
Kaum gibt der Vorhang
die Sicht noch frei
eine Alles beschwerende, drückende Decke.
Zwei Hände stützen das Kinn
der Aufmerksamkeit
aufzuwölben das schmerzende Samt.
Ein stark vereinzelter
Trauerzug eines angestrengten
Willen
erweckt Mitleid
für das Zuschauen müssen
eines Mißklang gestolperten Irgendwie.
Regenklumpen von Wattebauchschwere bewölken
den Raum
füllen ihn
aus.
Überleben und warten.
Anstrengendes Aufrecht abzulassen
der Vorhang kann fallen
zur schweigenden
Hülle
wird Boden
für neuen Raum.
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