Robbie Superstar II.

August 14th, 2007

Bewegung gibt mir Existenz,
der Rhythmus schenkt mir die Präsenz.
im Tanzen wirk ich dominant,
mein Singen macht mich weltbekannt.

Ich bin ein Robbie, ganz und gar,
noch härter, kühler, als er war.
Mein Körper ist ein wahrer Traum,
Ihr spürt mich durch den weiten Raum.

Was immer Euch bewegen mag:
Ich heile Euch den ganzen Tag.
Auch wenn Ihr mich nicht wirklich seht,
ich bin es, der Euch voll versteht.

Ich sehne mich so sehr nach Euch,
ich spiele Euer Herzgeräusch.
und dehne wie ein Luftballon,
und kehre mich nach außen.

Irgendwann dann, knallt es.

Bong!
..Ich platze
und bin draußen.

Ätherall

August 12th, 2007

Göttlich rein durchhaucht mich was,
ein Vergessen, ein Verblassen.
Reinigt mir das Stundenglas,
trennt die Fesseln, die mich fassen.

Fremdvertraute Atemseele
löst mein Zwingen, läßt es baumeln.
Tränen rinnen durch die Kehle,
ohne Lehne müsst ich taumeln.

Welcher Einklang, dieser Friede!
Klippen schmelzen, Felsen kippen.
Seufzerfallen tiefster Tide
löscht den Harm mir auf den Lippen.

Alles Schwinden ist ein Fließen,
ein Vergießen in den Winden.
Bindet nur mich das Genießen,
aufgelöst mich selbst zu finden.

Treiben im Regen

März 3rd, 2007

Wie gierende Blüten erbeben die Hände,
im Takte sich räkelnd hinauf in die Lüfte.
Es wiegt sich mein Körper im kreisenden Tanz.
Die Haare mir streicheln so sanft und behende
als glänzglatte Seide auf schwingender Hüfte,
dass Knospen erblühen im hauchnassem Kranz.

Als lindwarmes Prickeln umschließt mich die Nässe,
beklatscht mich im Wirbeln mit leisem Applaus.
Die Achseln verströmen in hauchender Kühle
die Ahnung von Flammen auf glühender Blässe.
Es treibt mich ein Sehnen nach Rhythmus hinaus
in dampfende Güsse und tropische Schwüle.

Die Süßwasserperlen umschließen das Salz
und spülen erregt über Wange und Hals,
versinken im duftenden, schwellenden Schoß.
Mit gleitenden Händen, so stell ich ihn bloß.
Verrutschende Wäsche bedeckt mich nur knapp,
die Jeanshose klebt und ich streife sie ab.

Sie umschmeichelt die Füße, sucht saugend nach Halt,
nur ein nasswarmes Brodeln besprenkelt mich heiß.
Und mein Stampfen entfesselt die sanfte Gewalt,
taucht die glänzende Haut in Verlangen und Schweiß.
Ich erwecke den warmen, benetzten Asphalt,
und die in mir verborgene Wollustgestalt

bäumt den Körper mir auf, wie zum Bogen gespannt,
beide Arme, Gesicht in den Regen gereckt.
Und wie Nebel durchdrängt mich ein Ziehen der Lust,
wird ein Strömen von schmelzendem, glühendem Brand,
der ein berstendes Stöhnen und Fühlen erweckt,
schieb mir langsam die Bluse von wölbender Brust.

Fremde Hände erspüren die Taille an mir,
rücklings pressend Dein Knie in die Hitze entgleitet
und gekonnt meinen Schritt hin zum Torbogen weitet.
Die Berührung genossen, zur Statue gegossen,
mein Beherrschen zerborsten, das Denken geschlossen,
explodiert mein Empfinden, bin tobende Gier.

Völlig lebengeflutet, verwandelt und frei,
so entfährt mir ein wildes Walkürengeschrei.
Hab Dein Drängen gepackt, mir zum Spaß, dir zur Qual,
deinen schutzlosen, zuckenden Lustmarterpfahl.
Steht nun auf, steht mir bei, steht mir zu, steht mir vor:
und ich öffne das schlingende, lüsterne Tor…

(c) 2007 by Gedanquill

Der Frühling trinkt aus meiner Hand

Februar 21st, 2007

Ein unsichtbares Heer aus Lüften
belagert mich und macht mich krank,
schlägt mich mit Schleim und schlechten Düften.
Mein Kopf liegt auf der Fensterbank

und treibt hinaus in Frühlingshauch.
Der Zäune Latten Winterschatten
säumt ihn mit dicken Kältematten
und zwingt hernieder auf den Bauch

den frisch geschlüpften, herrlich bunten
federleichten Farbentupfen.
Mühsam schiebt er sich hinfort,
aus der Kälte letzten Hort.
Der Weg zu weit, der Kopf weit unten,
kein Wind hilft lupfend ihm zu hupfen.

Mein Blick wird Schmerz, treibt mich zurück
in glasgefassten Körperkampf.
Durchzuckt mich plötzlich dieses Glück,
gekränkt verblasst der Schädelkrampf.

Die Türen auf und aufgesprungen,
der Schritt beschwingt von Leichtigkeit,
ein Frühlingsklang aus mir gesungen,
nun trachte ich dem Winterleid.

Ganz sacht bewahrt ins Sonnenlachen,
so trage ich den zarten Schwachen.

Knarzt schabend laut sein Flügelschwingen,
will in der Sonne er vergehen?
Nur langsam, steif will ihm gelingen
auf eig’nen Füßen schon zu stehen.

Vom Wind gefällt und fortgeweht,
sogleich reich ich ihm meine Hand.
Oh Gott, er krabbelt rauf und steht!
Vielleicht hat er die Hand erkannt?

Ich will ihn retten, will sein Leben!
Betrachte seine blauen Augen:
Darf Honigtropfen ich Dir geben?
Sein Rüssel taucht, das Gold zu saugen.

Mein Blick streift zärtlich über ihn
Minuten, Wärme, Zeitvergessen.
Er fliegt! Und wirbelt leicht dahin,
hat Lenz aus meiner Hand gegessen.

Seelentroß

Februar 16th, 2007

Gleich stirbt der Tag
mit Glockenschlag.
Ich bin noch wach
und denke nach.

Mein Herz ist Hand
nach vorn gewandt
und bremst die Zeit,
die mich befreit.

Allein mit mir
wach ich bei Dir
und denk an Licht.
Ich brauch Dich nicht.

Zu sehr verweist
ist noch mein Geist.
Die Seele reist
zu langsam meist.

Es wird mir still
weil ich es will.
Bin Ihr mir wert.
Zurück, gekehrt.

Der Phönix stirbt freitags

Januar 28th, 2007

Vom Wochenflug ins Bett gesunken
so bruchstürzt Phönix heimwärts meist
Der Landung Reibung schlägt den Funken,
er brennt sich aus mit Kräutergeist.

Die Frau versorgt den Brand mit Scheiten.
Wenn’s Herz nicht wärmt, glüht doch das Fühlen.
Anstatt zu dumpfen lieber streiten,
soll Leidenschaft nicht ganz erkühlen.

So brennt am Samstag stets die Hütte,
wenn Phönix noch in Asche stirbt.
Bleibt ungehört der Kinder Bitte,
vergebens sie zum Spiele wirbt.

Die ganze Woche Federnpracht
in mächtig kreisend Flügelschlagen,
im stolzen Flug zur Schau gebracht,
wie’s andere Vögel selten wagen.
vergeh’n zu Grau des Freitags Nacht.

Dann, Sonntagabend, aus dem Staube,
von Frau und Kind nicht mehr erwartet,
erwächst die neue Federhaube.
Ihr Phönix in die Woche startet.

Fünf Dinge

Januar 27th, 2007

Ein Stöckchen für Stefanie

Der Dinge fünf, nur mir bekannt,
gewünscht von mir nicht, doch beschert.
Das Tor in mein verborg’nes Land
verschlossen. Schlüsselloch gewährt.

Nur ein einzig Band für ewig
schwor in Liebe ich vor Jahren.
Erstes Bändlein war zu wenig
rein und wert in Schmerzgefahren.

Der Töchter zwei sind mir geschenkt,
ein Weiteres strampelt in den März.
Beruflich bin ich selbst gelenkt,
und lebe ganz mit Kopf und Herz.

Vier Räder, meine Leidenschaft,
von Kindesbeinen an gespürt,
für Formen und geballte Kraft,
sind jetzt in Sinn und Zweck geschnürt.

In jedem fünften Frühlingswerben
Venedig bettet unser Herz
wo einst versprochen bis zum Sterben
erwacht Erinnern, Glück und Schmerz.

Versiegt Euch dieses Rinnsal wieder,
ihr habt gekostet von den Tropfen.
Der Dinge fünf schrieb ich hier nieder
das sechste birgt ein neuer Stopfen.

Straight Through Processing (STP)

Januar 22nd, 2007

Viele Worte, Nichts zu sagen,
Gedachtes durch die Feder jagen.
Schon getrocknet, wenn bedacht,
zum Witz gemacht, doch nicht gelacht.

Träne des Himmelsstürmers

Januar 18th, 2007

Viele tausend Meter tief
fällt ein einzig Tränentropfen.
Stummer Schrei um Hilfe rief,
Lebensloch ist nicht zu stopfen.

Pfeile lechzen nach dem Herzen,
Sonne dörrt den Willensflug.
Anmut deckt die Weglustschmerzen,
Es ist zu sehr nicht genug.

Kräftig weiches Flügelschlagen,
Flucht nach vorne, hoch hinaus.
Wille kann die Seele tragen,
nur der Körper stirbt sich aus.

Sieh ersehnend diesen Berg,
Ziel im Zehren von der Zeit,
einzig lebend Landelicht.
Höchste Ruh vollbringt das Werk,
lindert Sturz und Immerleid.

Dämonendrang

Januar 7th, 2007

Laut schlägt das düstere Klingen der wuchtigen Glocken,
knarrende Dielen gebeugt von verfinstertem Tritt,
näher und näher schlurft schabender, schleppender Schritt.
stocksteif erstarren auf zitternder Haut ihre Locken.

Ich hab‘ sie gewittert, gefunden, und nehme sie mit!
In ausufernd wuchernder Furcht es der Wimmernden graut,
Du armselig Häuflein wirst meine im Blute erblühende Braut.
Hah, rieche vergehende Angst vor dem höllischen Ritt!

Bin panisch verkrochen in mondenerleuchteter Nacht!
Beinahe gefunden, hockst jämmerlich hinter dem Stein.
Von reiner Gesinnung errufe ich heilige Macht!

Dämonen erglühender Blick will verbrennen mein Sein!
Teuflisches Wirken hat Dich mir zum Opfer gebracht.
Verletzend Berührung, im Zeichen erstirbt Dein Gebein!